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DIN 18531 Leitfaden & Lösungen

Die DIN 18531 regelt als Nachfolger der DIN 18195 (2017) die Abdichtung von Dächern, Balkonen und Loggien – inklusive Anforderungen, Einwirkungen und Ausführungsgrundsätze für genutzte und ungenutzte Flächen.

Was regelt die DIN 18531?

Die DIN 18531 legt Anforderungen an Planung, Auswahl und Ausführung von Abdichtungen bei Dächern (nicht genutzt & genutzt) sowie Balkonen, Loggien und Laubengängen fest. Grundlage sind die Anwendungsklassen K1 (Standard) und K2 (höherwertig) sowie die Einwirkungsklassen aus mechanischer (I = hoch, II = mäßig) und thermischer Beanspruchung (A = hoch, B = mäßig) – kombiniert zu IA, IB, IIA, IIB.

Hinweis: Die Norm besteht aus 

  • Teil 1 (Anforderungen/Planung Dächer),
  • Teil 2 (Stoffe),
  • Teil 3 (Auswahl/Ausführung/Details),
  • Teil 4 (Instandhaltung),
  • Teil 5 (Balkone/Loggien/Laubengänge).

Kurzüberblick Nutzung & Gefälle

Kategorie Beschreibung
Nicht genutzte Dächer Nur für Wartung/Pflege begehbar; extensiv begrünte Dächer zählen hierzu.
Genutzte Dächer Begehbar (z. B. Terrassen, Gehwege) oder intensiv begrünte Dächer; besondere Schichtenaufbauten/Dränage.
Gefälle Regelmäßig ≈ 2 % als Planungsziel; Abweichungen erfordern erhöhte Maßnahmen und i. d. R. höherwertige Ausführung.

K1/K2 & Einwirkung (IA–IIB)

Anwendungsklassen Einwirkungsklassen
K1 – Standardausführung (typische Anforderungen, Gefälle ≈ 2 % als Ziel) IA – hohe mechanische + hohe thermische Einwirkung
K2 – höherwertige Ausführung (z. B. erhöhte Nutzung, Technik/Anlagen, anspruchsvolle Einwirkungen) IB – hohe mechanische + mäßige thermische Einwirkung
  IIA – mäßige mechanische + hohe thermische Einwirkung
  IIB – mäßige mechanische + mäßige thermische Einwirkung

Planung & Ausführung (Essentials)

  • Gefälle & Entwässerung – Gefälleplanung, Notentwässerung, Anstau/Teichbildung vermeiden
  • Einwirkung – Begehen/Befahren, Aufbauten/Haustechnik, thermische Lasten (z. B. Shattering‑Risiko)
  • Details – An‑/Abschlüsse, Ränder, Aufkantungen; Durchdringungen standardisiert lösen
  • Nutzung – Belege/Dränage/Schutzlagen bei genutzten Flächen korrekt schichten
  • Instandhaltung – Regelmäßige Wartung/Dokumentation gemäß Teil 4

Hinweis: Verbindlich sind die Originalnormen DIN 18531‑1/‑2/‑3/‑4/‑5 und die Systemunterlagen der Hersteller (ETAs/EADs, Verlegeanleitungen).

Einsatzbereich Geeignete Bauarten / Hinweise
Nicht genutztes Dach
K1 (i. d. R. Gefälle ≈ 2 %)
  • Bahnen (Bitumen/Polymerbitumen; Kunststoff/Elastomer) gemäß Teil 2
  • Flüssigkunststoff‑Systeme gemäß Teil 2 (ETA/EAD‑basiert) mit Vlieseinlage
  • Durchdringungen/Anschlüsse mit Systemzubehör – Wartungswege vorsehen
Nicht genutztes Dach
Gefälle < 2 % oder 0 %
  • Höherwertige Ausführung (häufig K2); Entwässerungs-/Notentwässerung besonders prüfen
  • Gefälledämmung/Detailgefälle, verstärkte Lagenkonzepte
Genutztes Dach
Terrassen, intensiv begrünte Dächer
  • Schichtenaufbau mit Trenn-, Schutz- und Dränlagen; funktionsfähige Linien‑/Punktentwässerung
  • Abdichtung bahnenförmig oder flüssig verarbeitet – Details gemäß Teil 3
Balkone/Loggien/Laubengänge
Teil 5
  • Bahnen‑ oder Flüssigkunststoff‑Bauarten; Beläge im Verbund möglich (je System)
  • Aufkantungen/Anschlusshöhen, Entwässerung, Rutschhemmung, Übergänge (z. B. Türschwellen) beachten

K1 steht für Standardanforderungen, K2 für höherwertige Ausführung (z. B. höhere Beanspruchung, Technik, besondere Nutzung). Auswahl beeinflusst u. a. Lagenzahl, Materialqualität und Detailausbildung.

In begründeten Fällen kann eine gefällelose Planung möglich sein – sie erfordert i. d. R. eine höherwertige Ausführung und besondere Maßnahmen. Standard ist ein Planungsgefälle von ca. 2 %.

Bahnen aus Bitumen/Polymerbitumen sowie Kunststoff/Elastomer, außerdem Flüssigkunststoffe mit ETA/EAD‑Nachweis. Auswahl richtet sich nach Nutzung, Einwirkungsklasse und Detailanforderungen.