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DIN 18533 Leitfaden & Lösungen

Im Standard DIN 18533 werden Anforderungen an die Abdichtung erdberĂĽhrter Bauteile definiert, darunter Kategorien fĂĽr Wasserbelastungen sowie Riss- und Raumnutzungsklassen.

Was regelt die DIN 18533?

Die DIN 18533 definiert Anforderungen an Planung, Auswahl und Ausführung von Abdichtungen bei erdberührten, nicht wasserdichten Bauteilen – z. B. Sockel, Kellerwände, Bodenplatten und erdüberschüttete Decken. Grundlage der Auswahl sind die Wassereinwirkungsklassen (W1–W4), Rissklassen (R1–R3) und Raumnutzungsklassen (RN1–RN3).

Hinweis: Die Norm besteht aus drei Teilen: 

  • Teil 1 (Anforderungen/Planung),
  • Teil 2 (bahnenförmige Abdichtungsstoffe) und
  • Teil 3 (flĂĽssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe).

KurzĂĽberblick Klassen

Klasse Beschreibung
W1.1-E Bodenfeuchte und nicht stauendes Sickerwasser in stark durchlässigem Boden
W1.2-E Bodenfeuchte & nichtdrückendes Wasser mit Dränung (z. B. in wenig durchlässigem Boden)
W2.1-E Mäßig drückendes Wasser bis 3 m Wassersäule (HGW/HHW ≤ 3 m)
W2.2-E Hoch drückendes Wasser über 3 m Wassersäule
W3-E Nicht drĂĽckendes Wasser auf erdĂĽberschĂĽtteten Decken
W4-E Spritzwasser am Sockel sowie Kapillarwasser in/unter erdberührten Wänden

Riss- & Nutzungsklassen

Rissklassen (R‑E)

  • R1‑E ≤ 0,2 mm Rissbreitenänderung (gering)
  • R2‑E ≤ 0,5 mm (mäßig)
  • R3‑E ≤ 1,0 mm (hoch)

Raumnutzung (RN‑E)

  • RN1‑E geringe Anforderungen an Trockenheit (z. B. offene Lager, TG)
  • RN2‑E ĂĽbliche Anforderungen (Aufenthaltsräume, Keller in Wohn-/BĂĽrobauten)
  • RN3‑E hohe Anforderungen (z. B. Serverräume, Archive)

Die Kombination aus Wassereinwirkung, Riss- und Nutzungsklasse bestimmt die Abdichtungsbauart und ggf. Mindestschichtdicken.

Planung & AusfĂĽhrung (Essentials)

  • Untergrund tragfähig, eben, frei von Hohllagen; Gefälle/Kehlbildung je Detail
  • Schichtdicken bei flĂĽssigen Bauarten lastfallabhängig (Nass-/Trockenkontrolle)
  • Details (AnschlĂĽsse, Durchdringungen, Fugen) nach stoffspezifischem Teil der Norm
  • Schutzlagen und Dränungen koordinieren (keine Schädigung der Abdichtung)
  • Dokumentation (Protokolle, Fotos, Messwerte) fĂĽr Qualität & Gewährleistung

Hinweis: Offizielle Normtexte sind urheberrechtlich geschĂĽtzt. FĂĽr verbindliche Planung beziehen Sie die Originale (DIN 18533‑1/‑2/‑3) und Herstellerunterlagen.

Situation Geeignete Bauarten / Hinweise
W1.1‑E
Bodenfeuchte / nicht stauendes Sickerwasser, durchlässiger Boden
  • Bahnenabdichtung (z. B. Bitumen-/Polymerbitumenbahnen)
  • FlĂĽssig verarbeitete Systeme (z. B. PMBC, flexible mineralische Systeme) – Untergrund beachten
  • Details: Bewegungsfugen/AnschlĂĽsse normgerecht ausbilden
W1.2‑E
Nicht drückendes Wasser bei Dränung
  • Wie W1.1‑E, Dränung nach Regelwerk planen
  • RĂĽckseitige Wassereinwirkung während Bauphase vermeiden (Zwischenabdichtung ggf. erforderlich)
W2.1‑E
DrĂĽckendes Wasser ≤ 3 m
  • Bahnenabdichtungen oder geeignete PMBC‑Systeme (Mindest‑Trockenschichtdicken beachten)
  • Kombination mit WU‑Bodenplatte bewährt; DetailanschlĂĽsse planen
W2.2‑E
DrĂĽckendes Wasser > 3 m
  • Bahnenförmige Systeme (z. B. Polymerbitumen, Kunststoff-/Elastomerbahnen)
  • PMBC nicht zulässig nach Norm
W3‑E
Nicht drĂĽckendes Wasser auf erdĂĽberschĂĽtteten Decken
  • Aufbau mit funktionsfähiger Entwässerung; Wasseranstau vermeiden
  • Durchdringungen ggf. nach W2.1‑E ausbilden
W4‑E (Sockel)
Spritz- & Kapillarwasser
  • Spritzwasserschutz + Kapillarsperre; Materialien und Höhen gemäß Norm
  • Ăśbergang Putz/Fassade wassersicher ausfĂĽhren

Die Norm ist auf Neubauten ausgerichtet. Für die Sanierung können ihre Prinzipien übernommen werden; zusätzliche Regelwerke (z. B. WTA‑Merkblätter) sind zu beachten. Individuelle Bewertung erforderlich.

Ja, bis W2.1‑E (≤ 3 m Wassersäule) bei normgerechten Produkten und Ausführung. Für W2.2‑E sind PMBC nicht zulässig – hier sind bahnenförmige Systeme vorzusehen.

Die Raumnutzungsklassen RN1‑E bis RN3‑E beschreiben die Anforderung an die Trockenheit und Zuverlässigkeit – sie beeinflussen die Wahl der Abdichtungsbauart.